Tätowieren ist Kunst!

 

Es gibt ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2000, wobei sich auf eine Einzelfallentscheidung berufen wird, welches besagt, dass seit Mitte der 1990er die Tattoo-Kunst als Body-Art anerkannt sei und somit ein Tätowierer als Künstler anzusehen sei.[1]

 

 



[1] Auszug aus dem Urteil des Sozialgerichts Landshut, 14.12.2000, S. 73.

 

 

 

 

Selbst eine vorwiegend handwerkliche Arbeit ist kein Kriterium für Nicht-Kunst. Das Tätowieren ist vielleicht kein einschlägiger Werktyp, wie Malerei oder Bildhauerei, aber es handelt sich um eine vergleichbare grafische und in manchen Fällen auch malerische Tätigkeit, welche mithilfe eines Werkzeugs ausgeführt wird und dadurch eine handwerkliche Komponente erhält. Diese handwerkliche Komponente ist bei der Bildhauerei, der Radierung und anderen Werktypen auch gegeben. Die eigenschöpferische Leistung ist durchaus gegeben. Die meisten Tätowierer fertigen ihre eigenen Entwürfe im Dialog mit dem Kunden an. Die Behauptung, dass Auftragsarbeiten dem Handwerk zuzuordnen seien, ist nicht nachvollziehbar, selbst bei Portraitmalereien an königlichen Höfen, die Jahrhunderte zurückliegen, handelte es sich um Auftragsarbeiten und dennoch um Kunst. Ausstellungen mit Tätowierarbeiten in renommierten Museen zeigen, dass Tätowierungen zum Teil schon in der Kunst angekommen sind und als solche akzeptiert werden. 

 

 

 

 


Kunst ist frei!

Steht schon so im Grundgesetz (Artikel 5 Absatz 3) und was bringt uns mehr als Freiheit?

 

Noch mehr Regeln und Normen helfen nicht den Tätowierern, sondern der Industrie! Die Weiterentwicklung kann nur aus dem Kreis der Ausführenden der Kunst des Tätowierens kommen. Die Könner einer Kunst prägen deren Entwicklung, nicht die Zubehörindustrie und/oder die Politik. 

 

  • freiberufliche Ausübung des Tätowierens, als selbstständige, künstlerische Tätigkeit gemäß § 18 EstG
  • Verantwortungsbewusstsein und umfassendes Verständnis für die Tragweite der eigenen Tätowiertätigkeit sichert Qualität und setzt Standards 
  • eine bessere künstlerische Ausbildung der Tätowierer in vielen Bereichen (Ethik, Hygiene) ist einer insgesamt positiven Entwicklung sicher dienlicher, als weitere Regulierungen

 


KSK - Künstlersozialkasse

Auch für Tätowierkünstler sollte die Möglichkeit bestehen, wie andere bildende Künstler auch, in die KSK aufgenommen zu werden.

 

Was bringt euch das?

 

  • Absicherung bei Krankheit
  • Absicherung im Alter
  • ähnlicher Schutz in der gesetzlichen Sozialversicherung wie Arbeitnehmer
  • die KSK koordiniert die Beitragsabführung für ihre Mitglieder zu einer Krankenversicherung freier Wahl und zur gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung
  • euch steht der gesamte gesetzliche Leistungskatalog zu, ihr zahlt aber nur 50% der jeweils fälligen Beiträge aus eigener Tasche
  • die KSK stockt die Beträge auf, aus einem Zuschuss des Bundes (20 %) und aus Sozialabgaben von Unternehmen (30 %), die Kunst und Publizistik verwerten 
  • Der Monatsbeitrag den der Künstler an die KSK zahlt, hängt von der Höhe seines Arbeitseinkommens ab
  • https://www.kuenstlersozialkasse.de/die-ksk/leistungen.html